Weshalb bloggen? Ein Beitrag zur #blogparade unter #liveloveblog


start:talking fragt, ob blogs ein „vergangenes Format“ seien. Ich kann das nicht bestätigen. Gerade für meine historischen Arbeiten könnte ich ohne längere Texte, Fotobeiträge, Sound-Dateien etc. gar nicht angemessen kommunizieren.

Jüngstes Beispiel sind meine Bemühungen, in Born a. Darss eine Gedenktafel am „Borner Hof“ anbringen zu lassen, die daran erinnern soll, dass der „Borner Hof“ zeitweilig ein KZ-Außenlager von #Ravensbrück und #Neuengamme war. Die blog-Beiträge haben zu dieser Diskussion erheblich beigetragen, wie ich aus der Region erfahren konnte. Sie wurden gelesen, sie wurden ausgedruckt, sie wurden diskutiert. Das Thema „kam an“ an der Region – auch durch die Interviews, die hier im blog zum Thema kommuniziert worden sind. Die Kategorie „Darss 1933 – 1945“ fasst die Beiträge sehr gut zusammen, ermöglicht Leserinnen und Lesern, die sich eingehender z.B. mit Regionalgeschichte beschäftigen wollen, die Lektüre der Rechercheergebnisse im Zusammenhang.

All das wäre so allein mit facebook, twitter & co. nicht auf diese Weise darstellbar, weshalb aus meiner Sicht ein eigenes blog als Instrument unverzichtbar ist.

Für mich kommt ein Weiteres hinzu: in einer Welt, die in immer kürzeren „Botschaften“ immer schneller kommuniziert geht Wesentliches verloren. Wesentliches wird erst sichtbar, wenn differenziert argumentiert werden kann. Das aber ist in einem wenige Zeichen enthaltenden tweet nicht möglich. Blogs sind, wenn sie sorgfältig betreut und erarbeitet werden, ein wichtiges „Gegengewicht“ gegen eine oberflächliche Kommunikation, die oft rationaler Argumentation gar nicht mehr zugänglich ist, sondern nur noch in möglicher „Zustimmung“ oder „Ablehnung“ besteht. Eine Kommunikation aber, auf die ich nur noch mit „Zustimmung“ oder „Ablehnung“ reagieren kann, ist keine dem Menschen angemessene Kommunikation mehr.

Deshalb blogge ich weiter. Einmal, um die dringend notwendige Aufarbeitung der NS-Geschichte vor Ort weiter zu unterstützen und zum anderen, um meinen Beitrag für eine differenzierte Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart zu leisten.

Wie meine Seiten zusammenarbeiten

Wie meine Seiten zusammenarbeiten

Manchmal muss man die online-Aktivitäten neu sortieren, neue Prioritäten bilden, die Zusammenarbeit der einzelnen Möglichkeiten überdenken.
Mein Werkzeugkasten besteht aus diesem blog, dazu kommt facebook, ein twitter-account, Instagram und LinkedIn.
Da ich gern in Projekten arbeite, haben meine einzelnen Projekte jeweils eine facebook-Seite. Derzeit arbeite ich besonders intensiv an einem regionalgeschichtlichen Projekt zur NS-Geschichte auf dem Darss.
Aber auch das große Netzwerk „Für-unsere-Enkel.org“ hat natürlich eine eigene facebook-Seite.
Bislang kannte facebook auf Seiten die Möglichkeit des microblogging, man konnte „Notizen“ erarbeiten, ein schöner Service, der aber leider eingestellt wurde, weshalb das gute alte blogging wieder zu neuer Geltung kommt.

Die eigentliche inhaltliche Arbeit – von tagesaktuellen postings direkt in den facebook- und twitter-Kanälen einmal abgesehen – findet also hier im blog statt. Die Beiträge werden nach Kategorien geordnet und entsprechend auf den dazugehörenden Seiten bei fb gepostet. Wenn man beispielsweise im blog die Kategorie „Darss 1933-1945“ abonniert, kann man die Beiträge automatisch per mail nach Hause bekommen. Man kann aber umgekehrt auch die zur Kategorie gehörige Seite bei fb abonnieren. Ich habe diese Möglichkeit vor allem für diejenigen eingerichtet, die sich immer noch vom Umgang mit facebook, twitter et.al. scheuen.

An dieser Stelle darf ich mich bei meinen zahlreichen Leserinnen und Lesern für die treue Aufmerksamkeit und freundlichen Kommentare bedanken. Ich hoffe, dass die Kommunikation zwischen blog und den anderen Kanälen nun noch leichter zu handhaben ist.