Zwei Jahre Pause bei den Recherchen. Corona kam dazwischen. Nun aber soll es weiter gehen. Etliches Material habe ich bereits zusammengetragen, Fotos, Dokumente, habe neue Gesprächspartner gefunden. So ganz allmählich zeichnet sich ab, was da werden könnte.
1. Eine Kindheit in Ribnitz (22. Januar 1865*)
2. ein Medizin-Studium in Rostock
3. Promotion in Leipzig (1890) und Assistenzarzt im Bürgerhospital Stuttgart
4. Praktischer Arzt in Gnoien (1891)
5. Hochzeit in Rostock (8.4.1892) mit Anna Maria Welge, die aber schon 1896 starb und drei Töchter hinterließ.
6. Praktischer Arzt in Dargun (1892)
7. 1897 ist Beu Einwohner von Prerow
9. zweite Hochzeit 1903 in Prerow mit einer Tochter der Kapitänsfamilie Schall aus Born.
10. Eröffnung des Kindersanatoriums in Prerow (1905)
11. Erster Weltkrieg und die Arbeit als Kinderarzt
12. Weimarer Republik in Prerow
13. Prerow unter den Nazis (1933 – 45)
14. Kriegsende 1945
11. Tod in Prerow (7. August 1947 im Alter von 82 Jahren).
So in etwa könnten die Recherche-Stationen liegen. Nun will ich sehen, wie ich diese einzelnen Abschnitte mit Dokumenten, Fotos, Aufzeichnungen, Erinnerungen anfüllen kann. Die Leitfrage wird sein: wer war dieser Kinderarzt, der während der Nazizeit in seinem Kinderheim mindestens ein jüdisches Kind versteckt hat ? Was hat ihn geprägt? Welche Überzeugung hat ihn ausgezeichnet? Wir werden auch auf die politischen Ereignisse eingehen müssen, denn die waren (von 1870 über die Kaiserzeit, Ersten Weltkrieg, Depression, Weimarer Republik, Naziherrschaft, Deutsche Teilung) allesamt tief einschneidend und Dr. Beu musste sich dazu verhalten. Gleich „nebenan“ in Born residierte ab 1924 der spätere SS-Generalmajor Franz Mueller-Darss – und wiederum gleich „nebenan“, in Zingst, arbeitete 1934 Dietrich Bonhoeffer. Größte politische Spannungen auf engstem Raum zwischen den Dörfern des Darss. Das ist das Spannungsfeld, in dem Dr. Hans Beu sein Kindersanatorium betrieben hat und ich will möglichst genau wissen, wie das ging, ohne sich den Nazis anzudienen. Denn darauf gibt es beim jetzigen Stand der Recherchen schon Hinweise: Beu hat sein privates Sanatorium nicht dem nationalsozialistischen Verband der Privatkliniken und Sanatorien angliedern lassen.
(das Titelbild zeigt Dr. Hans Beu bei seiner Silberhochzeit mit seiner zweiten Frau Louise, geb. Schall. Das Foto stammt aus dem Privatarchiv U.Herrmann, Bremen).
