Kindertransporte 1938/39 (7). The Goring Hotel.

Kindertransporte 1938/39 (7). The Goring Hotel.

Von Nick und Tim war im letzten Beitrag die Rede. Nun gehen wir ihrer Großmutter nach, „Steffie“, wie sie ihre Zeichnungen beim Berliner Ullstein-Verlag ab 1922 kennzeichnete. Steffie Nathan, verheiratete Schaefer, geschieden im April 1939, wenige Tage vor der Ausreise (22. Mai) ihrer Tochter Susanne mit einem Kindertransport von Berlin nach Ayr in Schottland. Steffie folgte der Tochter im Juli. Das war nur mit dem Visum für eine „Hausangestellte“ möglich. Britische Familien suchten solche Angestellten. Es war der einzige Weg, der Steffie noch blieb. Die Lage der Juden in Deutschland und Österreich war verzweifelt. Es war so gut wie unmöglich geworden, überhaupt ein Visum zu bekommen.

Sie, die als Einzelkind in einer sehr vermögenden Bankiersfamilie in Berlin aufgewachsen war; sie, die im renommierten Ullstein-Verlag, Europas größtem Verlagshaus in jenen Jahren, sogar Titelseiten von „UHU“ und von der führenden Illustrierten „Die Dame“ zeichnete – diese in vornehmen Zirkeln beheimatete Bohéme, die in Berliner Künstlerkreisen verkehrte und selbst ein Kindermädchen und eine Hausangestellte hatte – diese Frau musste nun als „House Wife“ nach London.

Sie hat an vielen verschiedenen Stellen Arbeit gesucht. Ihre Versuche, wieder als Grafikerin zu arbeiten, scheiterten. Die Einreisebestimmungen verboten es ihr, in „regulären Berufen“ zu arbeiten. England befürchtete, daß „die Einwanderer“ „uns Briten die Arbeitsplätze wegnehmen“, das war offiziell in jenen Jahren.

Ich bin ihren Orten in London nachgegangen.

Steffie hat zum Beispiel in „The Goring Hotel“ gearbeitet. „The Goring“ ist ein Fünf-Sterne-Hotel (wie das „Adlon“ in Berlin) und gehört zu den 5 besten Fünf-Sterne-Hotels weltweit, wie eine Tafel aus dem Jahr 2025 stolz verkündet:

Man kann dort heutzutage für 900 britische Pfund pro Nacht übernachten, wenn man will und kann. Meine Frau und ich haben uns das alte Familienhotel – gegründet 1910 von Herrn Goring Senior, der mit einem Kohlehandel in Dresden vermögend geworden war – von innen besehen und „eine Tasse Tee“ für 18 Pfund getrunken, das war uns die Sache wert. In einem Nebenflur kann man die Geschichte des Hauses nachlesen. Ich habe mich immer gefragt, wie Steffie eigentlich ins Goring kam: Nun, ihre Mutter Hedwig kommt aus Dresden und Mister Goring senior ebenfalls. Man kann kann davon ausgehen, daß sich die wohlhabende Kaufmanns-Familie Markiewicz und die wohlhabende Familie Goring kannten. Vielleicht hat Herr Goring ja zur Erweiterung seines Geschäfts sogar mal einen Kredit vom Kaufmann Markiewicz bekommen, wer weiß. Die Spur jedenfalls führt nach Dresden und es ist vorstellbar, daß Mutter Hedwig über ihre „alten Kontakte“ in Dresden nach Arbeitsmöglichkeiten für ihre Tochter in London geforscht hat.

Ich wollte „Witterung aufnehmen“, ich wollte mir vorstellen, wie es Steffie irgendwann zwischen 1939 und 1944 in „The Goring“ ergangen sein mag.

Kann ich mir Ullsteins Vorzeige-Grafikerin im Kreise der Angestellten des „Goring“ vorstellen? Alte Firmen-Aufnahmen, die im Foyer des Hotels ausgestellt sind, müssen helfen:

Wo ist Steffie? Vielleicht versteckt sie sich ja in der freundlichen Bedienung, die uns den Tee bringt und uns von dem langjährigen Kollegen erzählt, der die Geschichte der Firma Goring erforscht hat und dem die alten Firmen-Bilder im Foyer zu verdanken sind?

Es ist sehr angenehm im „Goring“. Man ist sehr freundlich, sehr dezent, man lärmt nicht. Die edlen Teppiche sorgen dafür, daß man im Hause „leise auftritt“.
Gegenüber, am offenen Kamin sitzt ein russischer Geschäftsmann in Jeans und Pullover mit seiner Sekretärin und verabredet die Termine des Tages. Dezente Musik, sehr freundliche Bedienung. Freundliche Ratschläge bei der Auswahl der feinsten britischen Tees. Jeder Gast ist hier willkommen.
Weshalb sind wir hinein gegangen in dieses sehr besondere Hotel?
Ich war innerlich auf der Suche nach Steffie. Hab versucht, mir vorzustellen, wie sie wohl hier gearbeitet haben mag? Als Bedienung der Gäste? Als Zimmermädchen? „Mrs. Schaefer, come here, please….“
Man muss bedenken, als Steffie gezwungen wurde auszuwandern, war sie 43 Jahre alt.
1939 kam sie, ab 1940 herrschte Bombenkrieg in London, die Deutschen fielen über England her. „The Blitz“ begegnet einem heute noch überall in der Stadt an zahlreichen Denkmalen. Die Zerstörungen in der Stadt waren horrend. Man kann nicht davon ausgehen, daß Steffies Heimweg von der Arbeit in ihre Bleibe einfach war. Das Gegenteil dürfte der Fall gewesen sein.
Wo war Steffie in jenen Jahren? Wie kann ich mir ihr Leben vorstellen? Was ich weiß: Sie musste zusehen, daß sie nicht verhungerte. Die Bezahlung in ihren Jobs war schlecht.

Wir wissen, daß sie in London Arzthelferin war, dass sie für eine Modefirma gearbeitet hat, dass sie in einer Bibliothek beschäftigt war – immer für knappes Geld. Und sie hat in „The Goring“ gearbeitet.
Ich kann mir nun sehr gut vorstellen, daß diese „Tochter aus gutem Hause“ all diese Lebensumstände als erniedrigend empfunden haben muss. Ein Brite würde vielleicht sagen: diese Umstände waren eine Beleidigung. Das aber durfte Steffie auf gar keinen Fall und niemals aussprechen. Sie hatte still zu sein. Sie hatte dankbar zu sein. Denn: immerhin war sie am Leben geblieben. Sie hatte den Mund zu halten darüber, wie es ihr im Inneren wirklich ging.
Kein Wunder, daß sie später Kettenraucherin war, an Depressionen litt und Medikamente brauchte.

1944 hat Steffie in 31 Dorset Square gewohnt. Ganz hoch oben „in einem erbärmlichen Zimmer einer heruntergekommenen Pension hoch oben unter dem Dach“, wie Susannes Ehemann in den Siebziger Jahren aufgeschrieben hat. Nick und Tim sind mit ihrer Großmutter mal da gewesen, da hat Steffie den Enkeln diese Bleibe gezeigt. Die Jungs sind nun auch schon über 60. Sie haben keine weiteren Erinnerungen an diesen Besuch, nur, daß das Klo eine halbe Treppe tiefer war. „Es muss sehr primitiv gewesen sein“, sagt Nick.

Wir sind auch zu dieser Adresse gegangen, denn ich wollte mir vorstellen, wie Steffie – vielleicht nach der Arbeit in „The Goring“, das gar nicht sehr weit und nur ein paar Busstationen von Dorset Square entfernt ist – am Feierabend „nach Hause kam“ und völlig erschöpft die fünf Etagen zu ihrem Zimmer hochstieg – die Tochter ohne Nachricht in Schottland ….

Ganz oben unter dem Dach in 31 Dorset Square musste sie wohnen, die Toilette eine Etage tiefer im Flur, wir mir Nick bei unserem Gespräch im St. James Park erzählt hatte.
1944 übrigens, der Krieg war noch nicht zu Ende, kam Steffies Mutter Hedwig aus dem Exil in Shanghai nach London, um nun auch bei ihrer Tochter zu wohnen. Und Tochter Susanne musste aus Schottland fort, denn die Einreisebestimmungen für die Kindertransport-Kinder besagten, dass sie nur bis zum vollenden 17. Lebensjahr versorgt sein würden. Am 18. Januar aber war Susanne 17 geworden. Sie kam im Februar zu ihrer Mutter nach London. Da „wohnten“ sie nun, die drei Frauen. Es war eine elende Zeit, aber, Hedwig, Steffie und Susanne waren immerhin „noch am Leben“.
In jenem Februar 1944 begannen die amerikanische Air Force (USAAF) und die Royal Air Force (RAF) mit ihren schweren Luftangriffen auf die Rüstungsindustrie-Zentren in Mitteldeutschland. Der Krieg war für Deutschland längst verloren, aber die Deutschen glaubten noch an ihre „Wunderwaffe“, Deutsche glauben ohnehin gern an Waffen – deshalb dauerte der verlorene Krieg noch länger als ein Jahr.

Kindertransporte 1938/39 (6). Nick und Tim. Susannes Söhne.

Kindertransporte 1938/39 (6). Nick und Tim. Susannes Söhne.

Peter Lobbenberg, von dem im vorigen Beitrag die Rede war, hatte mich mehrfach ausdrücklich ermutigt, mich mit Nick und Tim zu treffen. Ich war zurückhaltend. Wie komme ich als Deutscher dazu, mich in die Familiengeschichte dieser britischen Familie zu „drängeln“? So empfand ich es anfangs. Aber Peter ließ nicht locker, nein, der Mail-Kontakt sei jetzt hergestellt und nun müsse auch ein persönliches Treffen folgen.
„Du weißt mehr als wir“ hatte mir Nick, der älteste Sohn von Susanne Schaefer, gemailt. Auch das noch. Da kommt so ein Deutscher auf den Spuren von Großmutter und Mutter und „weiß mehr als wir“, die Enkel und Söhne.

Wir verabredeten uns per Mail. Beide würden kommen, schrieb mir Nick, und uns am Hotel abholen, dann könnten wir in ein Café oder Restaurant gehen, wo wir in Ruhe sprechen könnten. So kam es dann auch.

Tim war zuerst da im Foyer des Hotels. Da kam ein sehr aufgeräumter, fröhlicher Mensch durch die Tür „Du bist Ulrich aus Deutschland?“ Ja, der war ich und gleich begannen wir zu reden, es war sehr herzlich, völlig unkompliziert. Tim, Jahrgang 1960, könnte mein jüngerer Bruder sein. Er ist Spezialist für die Pflege von Asperger-Kindern. Krankenpfleger. Ein Mann mit einem großen Herzen. „Nick kommt gleich, er hat angerufen, der Zug hat Verspätung“ sagt er. Und ich erfahre so nebenher, daß Bruder Nick zweieinhalb Stunden Bahnfahrt auf sich genommen hat, um uns in London zu treffen! Nick wohnt ziemlich weit außerhalb von London.

Dann kamen sie beide, Nick und seine Frau, hatten uns durchs Fenster schon gesehen und zugewunken. Eine fröhliche Begegnung. „Wir gehen ins Café im St. James-Park“ meinte Nick, „es ist heiß heute, da können wir draußen sitzen und ungestört reden.“ Wunderbar. St. James ist ja gleich um die Ecke, ganz in der Nähe von unserem Hotel.

Da war sofort eine Beziehung möglich: Nick (re), Jahrgang 1957, pensionierter Pastor der Anglikanischen Kirche. Na, wenn das nicht passt? Und Tim, drei Jahre jünger (li), könnte mein jüngerer Bruder sein. Wir hatten sofort einen guten Kontakt zueinander.

Und tatsächlich, ich wusste „mehr“ als die beiden Männer, die uns da gegenüber saßen. Über die äußeren Stationen von Großmutter Steffie, die deutschlandweit bekannte Grafikerin vom Ullstein-Verlag in Berlin und ihre Tochter Susanne, die im Alter von 12 Jahren mit einem Kindertransport von Berlin nach Ayr in Schottland kam und später in London lebte, wusste ich mehr – aber wie haben die Jungs ihre Mutter und Großmutter erlebt? Was wussten sie von den beiden Frauen und ihrer Vergangenheit?

Wir haben lange gesprochen. Sie wollten viel wissen. Ich auch. Wir haben langsam gesprochen, haben nach Worten gesucht, mussten auch mal den Smartphone-Dolmetscher zu Hilfe nehmen. Solche Sachen bespricht man nicht mal so nebenher bei einer Tasse Kaffee im Park, da ist Sorgfalt am Platze, Rücksicht, Vorsicht, Behutsamkeit, genaues Zuhören.
Und dann waren da immer wieder diese ganz unerwarteten, sehr anrührenden Momente, in denen das viele Ungesagte und Unerzählte dann eben doch durchschien.
„Das Denkmal für die Kindertransportkinder in Berlin-Friedrichstraße ist zweigeteilt, wie Ihr hier auf dem Foto sehen könnt“ hatte ich gesagt.
„Die eine Richtung führt nach England in die Freiheit – die anderen Kinder müssen in die andere Richtung mit dem Zug fahren – nach Auschwitz.“ Da waren die Brüder sehr angefasst, waren stark berührt – daß ihre Mutter nur so knapp dem Tod entkommen war, das war ihnen bislang nicht klar.

„Deine Großmutter war doch Jüdin“ sage ich zu Nick. „Deine Mutter also auch – wie kommt es, daß Du anglikanischer Pastor geworden bist?“ „Nun, da gab es nichts zu bedenken“ sagt Nick. „Ich wurde als Kind getauft und bin in der britischen Tradition groß geworden. Vielleicht hatten die Quäker, die Susanne in Ayr in Schottland aufgenommen hatten, einen gewissen Einfluss, daß weiß ich gar nicht. Ich bin ganz selbstverständlich wie die anderen Kinder in unserer Umgebung auch, als anglikanischer Brite aufgewachsen und Tim ebenso.“
„Unsere Mutter hat uns seltsamer Weise nie Deutsch beigebracht und sie hat auch nie von Deutschland erzählt“ sagten sie. Und wir sprachen davon, wie verschieden Flüchtlingskinder mit ihrer Vergangenheit in Deutschland umgegangen waren: einige wollten „von Deutschland nichts mehr wissen“. Steffie und Susanne waren wohl so. Sie verstanden ihre Lebensaufgabe darin, sich möglichst schnell zu assimilieren. Das war mit viel Abspaltung und Verdrängung verbunden, wie man aus heutiger Arbeit mit den letzten noch lebenden Flüchtlingskindern und ihren Nachkommen weiß. Die Historikerin Amy Williams und andere wissen davon zu berichten.
Andere, wie Peter, haben sich dem Vergangenen sehr bewusst zugewandt und haben sogar Deutsch studiert. So verschieden kann es sein, sich mit dem Vergangenen auseinanderzusetzen.

„Mutter hat nie über ihre Flucht aus Deutschland gesprochen“. Auch so ein markanter Satz, den ich schon befürchtet hatte. Da war es wieder, dieses traumatische Schweigen in der Familie. Dieses „Schweigen“ übrigens verbindet uns, Nick, Tim und mich. Dieses „Schweigen“ gab es auch in unserer Familie. Das Dritte Reich und die industrielle Vernichtung von mehr als 6 Millionen Menschen, der von den Deutschen entfesselte Krieg mit über 60 Millionen Toten – das ist dermaßen fürchterlich, daß viele Menschen darüber gar nicht sprechen konnten, es wäre zu schmerzhaft für sie gewesen. Aber, was nicht „zur Sprache gebracht“ wird, das rumort besonders stark.
Es ist unsere Aufgabe, die Aufgabe der Enkel-Generation, dieses viele Ungesagte zur Sprache zu bringen. Unsere Eltern, die Kriegskinder – deren Aufgabe war es, äußerlich den Schutt wegzuräumen, Straßen, Wege, Dörfer und Städte wieder zu bauen. Unsere Aufgabe, die Aufgabe der Kriegsenkel ist es, an die gewaltigen seelischen Schuttberge heranzugehen, die die „fürchterlichen 12 Jahre“ hinterlassen haben und sie nach und nach aufzuräumen. Da ist noch sehr viel Arbeit zu leisten.

Wir haben über drei Stunden gesessen und geredet. Wir erfuhren, daß sowohl Großmutter Steffie, die eine starke Raucherin war, als auch ihre Tochter Susanne, mit der sie in einer sehr engen Beziehung stand – „die haben täglich miteinander telefoniert! Jeden Tag gegen Abend! Das war ganz selbstverständlich, als wir Kinder waren. Ich war 15, als Steffie starb. Es war eine Katastrophe für unsere Mutter“ – beide Frauen hatten unter schweren Depressionen zu leiden, waren emotional nicht immer ausgeglichen, schnell überfordert. Ein letzter Brief von Steffie an ihre Freundin Jeanne Mammen in Berlin, der mir vorliegt, spricht von diesen Seelenzuständen sehr offen.

Wer sich heute mit Hilfe von Fachliteratur über die seelischen Folgen der Kinder-Flucht nach England informiert, z.B. in Julian Borger „Suche liebevollen Menschen“ oder Rebekka Göpfert, „Der jüdische Kindertransport von Deutschland nach England 1938/39“ – der findet exakt das, was Nick und Tim auch von ihrer Mutter und Großmutter in Erinnerung haben: Schweigen, emotionale Instabilität, Reizbarkeit, Depressivität.
Das hat Gründe, die lange nicht gesehen wurden: Kindertransportkinder hatten nicht selten das Gefühl, hinter „den eigentlichen Opfern in den KZs“ zurücktreten zu müssen. Sie seien schließlich gerettet worden, müssten also vor allem dankbar sein – die „eigentlichen Opfer des Holocaust“ seien die vielen Millionen ermordeten Menschen. Eine solche Selbsteinschätzung führte zu großem Leid. Vieles blieb unbetrauert, vieles blieb beschwiegen und hatte umso stärkere seelische Wirkung.

Es war eine sehr bewegende Begegnung zwischen Tim, Nick, seiner Frau, meiner Frau und mir – zwischen gleichaltrigen Deutschen und Briten.
Da traf sich die Enkelgeneration. Nachfahren der Deutschen, die in jenen Jahren so großes Unheil über die Welt gebracht hatten und Nachfahren derer, die vor den Deutschen fließen mussten. Wenn ich an dieses sehr besondere Gespräch zurückdenke, geht mir ein Satz besonders nach, den einer der beiden Brüder ziemlich am Ende unseres Gesprächs fand.
„Weißt Du“ sagte er, „mein Bruder und ich, wir haben noch nie so wie heute über unsere Mutter und Großmutter gesprochen. Danke, daß Ihr gekommen seid.“

1939 – 2025. Auf den Spuren jüdischer Flüchtlingskinder von Deutschland nach England

1939 – 2025. Auf den Spuren jüdischer Flüchtlingskinder von Deutschland nach England

Es ist ein besonderes Jahr, dieses 2025.
80 Jahre Kriegsende. Amerikaner, Briten, Franzosen, Rote Armee hatten dafür gesorgt, dass die Hitlerei endlich ein Ende nahm. Die Deutschen waren dazu selbst nicht in der Lage. Dieses Unvermögen bleibt wohl ewige Schande. In diesem besonderen Jubiläumsjahr sorgt das deutsche Auswärtige Amt dafür, dass Vertreter Russlands nicht zum Gedenken des Kriegsendes eingeladen werden. Grund sei die Sorge des Amtes, russische Vertreter könnten das Gedenken „instrumentalisieren“. Es ist eine sehr verquere Debatte. Denn nun geschieht exakt das: eine Instrumentalisierung des Gedenkens unter Verbiegung historischer Fakten.
Die Enkel der Täter wollen doch tatsächlich den Enkeln der Opfer eine Teilnahme am Gedenken an die Opfer des Krieges untersagen. Glücklicherweise gelingt das nicht, wie man gerade in Seelow beim Gedenken an diese Schlacht und bei zahlreichen weiteren Veranstaltungen in Berlin und anderen Orten sehen kann.
Das alles findet statt auf dem Hintergrund einer bereits beschlossenen massiven Aufrüstung Europas, insbesondere Deutschlands, bei der vorgesehen ist, knapp 1 Billion Euro in Aufrüstung zu investieren. Es handelt sich um die massivste deutsche Aufrüstung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Was für ein Gedenkjahr!

Wie kann man in diesem verwirrten, von Interessen geleiteten Gedenkjahr angemessen den Ereignissen nach-denken, die da vor 80 Jahren stattgefunden haben?

Wir, meine Frau und ich, haben uns entschieden, in diesem besonderen Jahr auf den Spuren jüdischer Flüchtlingskinder von Berlin nach London zu reisen. Am 21. Mai 1939, kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen und dann auf die Sowjetunion, fuhr ein „Kindertransport“ von Berlin über Hoek van Holland und Harwich zunächst nach London, später weiter nach Ayr in Schottland. Diesem Transport werden wir folgen.

Bald schon, am 29. April 2025, also beinahe auf den Tag genau 86 Jahre später, machen wir uns exakt auf der Route auf den Weg, den die Kinder damals genommen haben. Der Zug wird uns von Berlin nach Amsterdam, von dort nach Hoek van Holland bringen. Dort besteigen wir die Nachtfähre, die geplant 22 Uhr ablegen und am nächsten Tag früh morgens im englischen Harwich ankommen soll, so, wie es auch die Flüchtlingskinder erlebt haben. In Harwich steht heutzutage ein Pendant zum Kindertransport-Denkmal, das man vor dem heutigen Bahnhof Berlin-Friedrichstraße findet. Ein weiteres werden wir in London in der Liverpool-Street-Station finden, jenem Bahnhof, an dem die meisten der Transportzüge ankamen.
Der oben abgebildete Ausschnitt aus dem Berliner Denkmal zeigt ein Mädchen, das zu einem vielleicht zwei Jahre älteren Jungen aufblickt. Exakt dies kann sich im Zug vom 21. Mai 1939 zugetragen haben, denn nicht nur die 12-jährige Susanne Schaefer war im Zug, auf deren Spuren wir reisen, sondern auch der 14-jährige Jakob J. Petuchowski (geb. 30.7.1925), der später die Fahrt exakt dieses Zuges vom 21. Mai 1939 im Buch „Ich kam allein. Die Rettung von zehntausend jüdischen Kindern“, herausgegeben von Rebekka Göpfert (dtv. 1994) ausführlich beschrieben hat. Ich habe seinen Namen auf der Transport-Liste vom 21. 5. 39 gefunden, die Dr. Williams im Dezember 2024 in Yad Vashem sehr überraschend entdeckt hat, denn diese Listen galten bislang unter Historikern als verschollen. Ich hatte ein paar Beiträge weiter vorn davon geschrieben.

Wir begeben uns auf Spurensuche in diesem besonderen Jahr des Gedenkens.
Geplant ist unter anderem ein Treffen mit dem ältesten Sohn eines der Flüchtlingskinder, die damals in jenem Zug vom 21. Mai 1939 gesessen haben, Susanne Schaefer, Tochter der Zeichnerin Steffie Schaefer-Ast, geborene Nathan, die während der Weimarer Republik bekannte und anerkannte Zeichnerin unter anderem für „Die Dame“, den „Uhu“ und den „Querschnitt“ war, die vom größten Verlagshaus Europas, dem Ullstein-Verlag herausgegeben wurden.
Susannes Sohn und ich sind ein und derselbe Geburtsjahrgang. Eine britisch-deutsche Begegnung
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges steht uns bevor. Eine Begegnung der Enkel-Generationen. Die Generation unserer Großeltern hat erbitterten Krieg gegeneinander geführt, gegen die jüdische Bevölkerung war es gar ein Vernichtungskrieg, der im industriellen Maßstab geführt wurde; die Deutschen waren diejenigen, die die anderen überfallen hatten, der deutsche Luftkrieg auf London war verheerend.
Auf der anderen Seite des Tisches wird der Sohn eines Flüchtlingskindes sitzen, das damals – gleichsam im letzten noch möglichen Moment – Deutschland verlassen konnte und in Schottland Hilfe und Unterkunft fand.
Werden wir im Gespräch zueinander finden?
Es ist eine offene Frage kurz vor Beginn der Reise.

Wir werden von unseren Eindrücken hier im blog berichten.

Peter Schaefer. Ein kurzes Leben in Briefen. „Nun bin ich schon seit 5 Tagen Soldat“

Über Steffies Stiefsohn Peter Schaefer habe ich nicht sehr viel herausfinden können. Er wurde am 12. Mai 1924 in Berlin geboren, ging dort zur Schule. Ich habe ihn eigentlich erst aus seinen Briefen an seine Mutter Oda etwas näher kennengelernt. Diese Briefe habe ich vor Kurzem in einem Münchner Archiv entdeckt. Peter kannte seinen Vater Albert Schaefer in sehr früher Kindheit gar nicht, denn Oda zog mit dem Kind nach der Trennung von Schaefer-Ast zu ihrem Bruder. Peter kam erst im Alter von 10 Jahren zu seinem Vater und seiner zweiten Frau Steffie und der Halbschwester Susanne nach Berlin. Peter war als Junge in Prerow, auch in Begleitung seiner Mutter Oda; Steffie und Susanne waren nie dort. Über eine Ausbildung nach der Schule ist mir nichts bekannt. Es sieht in den Briefen so aus, als sei Peter gleich nach dem Abitur erst zum „Reichsarbeitsdienst“ und dann zur Wehrmacht gekommen.

Im Sommer 1940, Peter ist 16 Jahre alt, verbringt er die Ferien in Prerow. „Pappi“, also Albert Schaefer, „hat 6 Gänse gekauft“, schreibt er an seine Mutter Oda, die inzwischen mit ihrem zweiten Mann zusammen lebt und für eine 2 in der Schule hat er von „Pappi“ „eine Mark“ bekommen, so kann man es im Brief lesen.

Am 9.6.1941 (mit 17) schreibt er, er hätte „eine 5 in Mathe“ bekommen und das kurz vor der „Versetzung“. Allerdings habe er „in Latein eine 3“ geschrieben. Im Sport sei er ganz gut und wolle nun „in Prerow Langestreckenlaufen üben“. Die Zigaretten im Paket der Mutter habe er „ein bißchen parfümiert“. Der Abiturient raucht offenbar und bekommt von seiner Mutter Pakete, was darauf hindeutet, daß er nicht in Berlin zum Gymnasium geht. Am 15.9.1942 schreibt Peter einen Brief an seine Mutter, auf den sie später „Reichsarbeitsdienst“ notiert hat. Die Dienstzeit beim R.A.D. betrug in der Regel ein halbes Jahr.  Die Briefe aus Calau muten allerdings schon an, als sei er beim Militär. In dem Brief schreibt er, er habe für seine Mutter Zuckerstücken gesammelt und seine Mutter bräuchte nun „keine Angst mehr um den Weihnachtskuchen“ zu haben. Er berichtet von einem „Selbstverstümmler“, den man schon in eine Einrichtung in Daldorf (Wittenau) eingeliefert habe. Offenbar war da ein junger Mann, der alles versuchte, um nicht zum Militär und nicht an die Front zu kommen. Man sprach damals auch in solchen Fällen vom „Heimatschuß“. Peter will, wenn es mit dem Weihnachtsurlaub klappt, mit „Horschtel“, gemeint ist Odas zweiter Ehemann Horst Lange, „in civil“ sich betrinken gehen. Und dann will er gründlich ausschlafen. Er beschwert sich bei seiner Mutter über seine Freundin „Chenny“, die ihm „seit 5 Monaten nicht geschrieben“ habe. Seine Mutter solle der Chenny mal „den Kopf waschen“.

Im März 1943 schreibt er davon, wie schwer ihm die Trennung von „Chenny“ fällt, die er wohl an Weihnachten vollzogen hat, jedenfalls klingt der Brief so, und er berichtet, er werde gegen Ende des Monats März aus dem Reichsarbeitsdienst entlassen, allerdings wisse er nicht, wann er zum Militär eingezogen würde, das wüssten nur „die Götter“.

Am 24. 5. 1943 schreibt er: „Nun bin ich schon seit 5 Tagen Soldat und habe davon noch nicht viel gemerkt. Wir machen jeden Tag Revierreinigen und spielen Karten.“ Der junge Soldat, der grade der Schulbank entronnen ist, langweilt sich „im Kriege“. Offenbar hat er sich doch nicht wirklich von „Chenny“ getrennt, denn er hofft im Brief darauf, daß sie beim Besuch der Mutter in der Kaserne „hoffentlich mitkommt“. Er trägt jetzt „Wickelgamaschen und Breeches“ und sähe aus „wie ein britischer Offizier, wenn er sich die Mütze aufsetzet“. In Berlin gibt es bereits Tagalarm. Britische und amerikanische Bomber kommen nun auch am Tage. Peter weiß davon. Seine Mutter hat es ihm geschrieben.

Am 9. Februar 1944 schreibt Peter einen längeren Brief, meistens hat er nur kurze „Feldpostkarten“ geschrieben. Er erzählt in diesem längeren Brief vom „Bunker“, in dem er bei „Hindenburglichtern“ sitzt, eine Art Teelichter, die man zur Beleuchtung des Bunkers verwendete. Auch zeichnet er den Bunker, offenbar hat er sich das Zeichnen vom Vater angenommen.

Peter bedauert „nicht wirklich“, „daß wir nun alles verloren haben, bloß daß Pap seine ganzen Zeichnungen verloren hat, das ist unendlich traurig“.
Im November 1943 war Schaefers Wohnung bei einem gewaltigen Fliegerangriff zerstört worden. Schaefer galt nun als „ausgebombt“ und musste ins kleine Häuschen nach Prerow ausweichen. Peter hatte an der Front durch Briefe seiner Mutter davon erfahren.

Indirekt verrät er seiner Mutter, wo er steckt: er habe 2x „aus Bunzlau“ an seine Freundin Chenny geschrieben, aber die habe sich wieder nicht gemeldet. „Denk Dir, ich war in Liegnitz“ schreibt er und erinnert seine Mutter an die gemeinsame sehr frühe Zeit, als er als Säugling von Berlin mit der Mutter nach der Trennung von Schaefer-Ast zu ihrem Bruder nach Liegnitz gekommen war. Liegnitz liegt in Schlesien. Und nach Russland ist es nicht mehr weit. Im Brief zeichnet er einen Unfall, den er gehabt hatte, als die Soldaten das „Haus eines Russen“ durchsuchten.

Auch fügt er dem Brief eine Zeichnung vom Bunker bei, damit seine Mutter eine Vorstellung hat, wie er seinen Tag zubringt.

Er berichtet seiner Mutter vom „Bettenbau“, von ersten Erfahrungen mit einer russischen Sauna und davon, daß er sich mühsam mit der Hand genähte „Bunkerschuhe baut“. „Ich muß immer warten, bis die Daumen verheilt sind, dann kann ich wieder weiternähen. Ja, Ziegenfell ist zähe!“, schreibt er und erwähnt, das Ziegenfell habe er auch bei einer „Hausdurchsuchung“ in einem „Russenhaus“ gefunden. Der Bunker sei am morgen nämlich ein „Eiskeller“, da müsse man vorsorgen. Das Moos zwischen den Ritzen der Bunkerbalken sei „halt nicht dicht genug“.

Er teilt seiner Mutter die neue Feldpostnummer mit und bittet sie, diese Nummer auch der Freundin „Chenny“ mitzuteilen. Er verrät etwas sehr Intimes an seine Mutter: er schreibe eine „Novelle von Chenny und mir“ mit dem Titel „Kismet“.
Da ist er, der Künstler-Sohn, der Kunstpostkarten sammelt und an einer Novelle arbeitet.

Am 10.4.1944 schreibt er eine Feldpostkarte an seine Mutter in Berlin:

„Meine liebe Mutsche!

Ich danke dir recht herzlich für deinen lieben Brief. Nun wird ja auch die andere Post nicht auf sich warten lassen. Die hübschen „Blumen“, die im Brief liegen, fand ich in einem Russenhaus. Es waren wieder reiche Bauern, ich fand auch Schulbücher mit Schulheften, wo alles drin war, was wir auch gehabt haben Wurzel und logarithmische Rechnungen usw. Ja, das Wollgras muß es hier viel geben weil alles Sumpf ist, hier in der Umgebung. So langsam taut es jetzt, es gibt schon große Stellen, wo der Schnee ganz weg ist. Die Vögel zwitschern den ganzen Tag. In dem Haus fand ich auch ein Barometer, das wird jetzt andauernd kritisch betrachtet. Die Kameraden sind nicht ganz überzeugt davon! Sonst geht’s mir gut! Denke an das Briefpapier! Sonst schreibe ich nicht mehr!

Viele herzliche Grüße von deinem Peter“

Am 6.5.1944 klingt es im Brief so:  „Besonders gut haben wir es hier nicht getroffen. Aber wir haben wenigstens ein Dach überm Kopf und nicht wie die armen Infanteristen, die in Erdlöchern hausen.“

26. Mai 1944: „ich habe einen furchtbaren Schreck bekommen, ich dachte schon, sie holen mich als Offz. Bewerber, sie hatten hier schon sone Prüfung gemacht. Aber es wird G.s.d[1]. nichts draus!“
Peter erzählt, dass er eine alte Katze mit ein paar jungen Kätzchen gefunden hätte. Er hat sie in diesem Brief gezeichnet. Und er erzählt, daß diese Kätzchen im Haus verbrannt seien, als „die Landser“ das ganze Haus in Brand gesetzt hätten.

Am 7. Juni 1944 schreibt Peter Schaefer folgende Zeilen an seine Mutter:

„Meine arme Mutscheline!

Hast Du so einen bösen Sohn? Nein! Ich hatte wirklich wenig Zeit, mir ging es in letzter Zeit auch dreckig. Hurra, dein Paket ist angekommen! Ich danke dir mit einem Träne in der Knopfloch! Pardon! Umgekehrt! Ich hab mich wahnsinnig über alles gefreut, bloß ich habe schon eine Bibliothek zusammen, von der ich mich bald nach Prerow erleichtern werde. Apropos Prerow, ich komme höchstwahrscheinlich Anfang bis Ende Oktober auf Urlaub. Na, nu geht’s um die Wurst! Wir verfolgen gespannt die Ereignisse im Westen. Hier ist Stellungskrieg in höchster Potenz, d.h. der „Heilige Barrasius“ d.i. der „Barras“ oder Kommis, ist in höchsteigener Person dabei, den Landsern die letzte Lust zu vertreiben, indem an ruhigen Tagen allerlei „dienstlicher Unfug“ getrieben wird.

Ihr habt in „Groß Kaputt[2]“ nun wohl schlimme Tage, ihr armen Hascherln? Na, vielleicht geht’s bald zu Ende!

Wir haben hier schöne Tage und mitunter, wenn wir zur „Tarnung“, das ganz groß geschrieben wird, Bäume schlagen, dann werfe ich mich ins hohe Gras und atme tief den betäubend schönen Geruch ein, drehe mich rum und starre in die Wipfel und daran vorbei in den blauen Himmel mit den weißen Wölkchen. Entschuldige, Mutsche, ich kann nicht mehr weiterschreiben, ich erzähl es dir mal später, warum.

Seid herzlich gegrüßt, ich denke immer an Euch Euer Peter.“

Die letzte erhaltene Nachricht von Peter Schaefer stammt vom 14. Juni 1944. Eine Feldpostkarte mit einer neuen Feldpostnummer, abgestempelt im „Bezirk Breslau“. Sie lautet:

Feldpostkarte von Peter (27906) an Oda in Zehlendorf  (abgestempelt 20.6.44 in Brieg, BZ Breslau 1)

„Liebe Mutsche!

Neue F.P.Nr. steht hinten. Hier ist auch alles in Blüte, da hier viel Sumpf ist, blüht das Wollgras, ich schick dir mal welches. Es sieht sehr hübsch aus in den hellgrünen Binsen mit dem Hahnenfuß zusammen. Sonst geht’s mir danke, was ich auch von Euch hoffe!

Viele herzliche Grüße Dein Peter“

Schaefer-Ast und seine erste Frau Oda schreiben sich noch lange und in den Briefen wird immer wieder deutlich, daß sich insbesondere Oda fragt, wo ihr Sohn sein könnte, sie will nicht glauben, daß er ums Leben gekommen ist. Schaefer versucht sie zu trösten und meint, Peter hätte sich bestimmt mit „einigen Kameraden“ über Persien „oder sonstwie“ abzusetzen versucht, um sich nach Deutschland „durchzuschlagen“. Aber die Hoffnungen bleiben vergebens. Peter kehrt nicht zurück.

Erst im Jahre 1967 taucht er wieder auf. Und zwar auf jener Zeichnung, die Steffie von ihm gezeichnet hatte, da war er etwa 10 Jahre alt. Steffie, nun schon im Alter von 72 Jahren, schickt diese Zeichnung an seine Mutter Oda nach München und schreibt dies:

Man kann ahnen, was in Oda vorgegangen sein mag, als sie diesen Brief öffnete.


[1] Gott sei dank

[2] Von Berlin war nach den fürchterlichen Luftangriffen bei Tag und Nacht nicht mehr viel übrig in jenen Tagen.