Wir wollen ein Buch zusammen schreiben. Es soll heißen „Mein Alphabet-Geschichten-Buch.“ Zu jedem Buchstaben des Alphabets erfinden wir Geschichten, in denen Worte vorkommen, die mit dem jeweiligen Buchstaben anfangen.
Die erste Geschichte nun also dreht sich um den Buchstaben A.
Ich hatte mein altbewährtes kleines Diktiergerät mitgenommen und die Kinder erfanden mit Begeisterung Geschichten. Es sind Spontangeschichten.
Zunächst haben wir uns Worte überlegt, die mit A beginnen und die dann in der Geschichte vorkommen sollten. Diese Worte haben sich die Kinder auf einen Zettel geschrieben, damit sie die Worte beim Erfinden der Geschichte vor Augen hatten und dann habe ich das Mikrofon eingeschaltet. Die aufgezeichneten Geschichten habe ich inzwischen zu Hause abgetippt und werde sie den Kindern beim nächsten Mal mitbringen, damit sie erstens „ihre eigene Geschichte“ ihren Eltern und der Klassenlehrerin zeigen und zweitens, dann auch vorlesen können. Meine Hoffnung ist, daß sie dadurch ihre zum Teil wirklich massive Angst vor dem Lesen ein wenig abbauen können. Schließlich geht es ja nun nicht mehr um „irgendein Buch“, sondern um die „eigene Geschichte.“
Eine Geschichte, die mich besonders berührt hat, will ich hier eintragen, denn ich kenne in groben Umrissen die Rahmenbedingungen, unter denen das erzählende Kind derzeit lebt. Alles kommt vor in dieser kurzen Geschichte (die hörbaren Nebengeräusche übrigens, das sind die Handwerker …..). Ich hatte nach dieser Stunde den Eindruck, als hätte das Kind, das wohl zum ersten Mal seine eigene Stimme – noch dazu mit einer eigenen Geschichte – gehört hat, eine große Entdeckung gemacht: das Kind hat seine eigene Phantasie entdeckt, die es mitnehmen kann, wenn es sich mal wieder „weggeworfen“ vorkommt.
Hier nun die Geschichte vom Buchstaben A