Die letzte PISA-Studie hat gezeigt: die Lesekompetenz deutscher Schülerinnen und Schüler hat weiter nachgelassen. Wer aber nicht richtig lesen kann – und versteht, was er liest – der ist im Nachteil in allen anderen Bereichen. Lesen ist eine ganz zentrale „Grundkompetenz“. Wenn es da hapert, hapert es woanders auch.

Weshalb ich mich bei den Berliner Lesepaten gemeldet habe, um ein wenig zu helfen, daß Kinder, denen das Lesen aus verschiedensten Gründen nicht leicht fällt, Unterstützung bekommen. Der Kontakt kam – via Email – sehr schnell zustande, noch vor Weihnachten hatte ich das Große Polizeiliche Führungszeugnis im Briefkasten (man beantragt es beim Bürgeramt, die Kosten für die Lesepaten übernimmt das Amt), eine für mich passende Schule war ausgewählt und ein erster Kontakt zur Schule hergestellt.

Heute nun war ich zum ersten Mal in der Feldmark-Schule im Norden Lichtenbergs im ehemaligen barnimschen Dörfchen Falkenberg, das mittlerweile ein gewaltiges Neubaugebiet geworden ist. Hochhäuser, Neubaublocks, wohin man schaut, ich kann bequem mit der Straßenbahn dorthin fahren.

Die Feldmark-Schule liegt nicht mitten im Wohngebiet, sondern recht hübsch ganz am Rand der Falkenberger Krugwiesen, einem Naturschutzgebiet am Rande der Stadt. Man kann von hier aus sehr angenehm mit dem Rade nach Brandenburg hinein radeln, der Barnim beginnt hier und die Uckermark ist auch nicht weit.

Frau Schock ist an der Feldmark-Grundschule die Koordinatorin für die Berliner Lesepaten, sie war vor Jahren als Journalistin u.a. für die „Deutsche Welle“ unterwegs, wollte dann aber, wie sie mir sagte, „nochmal etwas Sinnvolles tun“ und hat sich als Seiteneinsteigerin für den Schuldienst gemeldet. Jetzt kümmert sie sich um die Lese-Paten. Ich frage sie, wie eine Schule an die Paten „herankommt“. „Das ist gar nicht so einfach“ sagt sie, „die Schule muss sich bewerben und der Bedarf ist sehr viel größer, als er im Moment gedeckt werden kann. Sie werden bald merken, was los ist.“

Das gilt auch für die Feldmark-Schule. Im Moment helfen drei Lese-Paten (jeweils für mehrere Kinder) – aber: „Wir könnten sehr viel mehr gebrauchen“, sagt Frau Schock.

Ich verabrede mit ihr, über meine Erfahrungen mit der Lese-Patenschaft zu schreiben. Damit noch andere ermutigt werden, „nochmal etwas Sinnvolles zu tun“ – und Lesepate werden. Für mich geht es am kommenden Dienstag los. Ich werde drei Kinder aus einer Zweiten und einer Dritten Klasse kennenlernen. Und dann schauen wir mal, ob wir gemeinsam was Gutes gebacken bekommen.

Übrigens: wer Lesepate werden möchte – zum Beispiel an der Feldmark-Grundschule in Falkenberg, der kann sich – über die Homepage der Schule – direkt an Frau Schock wenden. Sie regelt dann alles Weitere.

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