Greta Wehner

Viele haben sie ja noch gekannt, die Greta, wenn sie mit Rucksäckchen und Thermoskanne kam, damit Herbert gut versorgt Politik machen konnte.

So habe ich sie auch kennengelernt, da war sie noch munter und viel unterwegs. Später dann ist sie von Bonn nach Dresden umgezogen, da war sie im Alter schon fortgeschritten, manch Bonner hat das nicht verstanden, aber Greta wollte „etwas vom Herbert nach Dresden zurückbringen“. Was ihr ja auch gelungen ist. Dort wurde sie mit offenen Armen empfangen.

Dr. Christoph Meyer, der über 20 Jahre das Greta-Wehner-Bildungswerk in Sachsen geleitet hat und mit Greta über all diese langen Jahre auch persönlich eng verbunden war, hat nun eine Biografie vorgelegt, die ich insbesondere all denjenigen empfehlen möchte, die Greta Wehner noch gekannt haben. Denn diese sehr persönlich gehaltene, durchaus parteiliche, auf Gretas Seite stehende Biografie enthält vieles, „das man so noch nicht wusste“ aus ihrer Kindheit und Jugend, aus den politischen Kämpfen an der Seite ihres Mannes, an Hintergründen von Konflikten, die auch in der Öffentlichkeit ausgetragen wurden.

An manchen Stellen ist das Buch vielleicht etwas zu persönlich geraten, hat eine Nuance zu viel parteiinternen Tratsch – aber vielleicht macht das ja gerade auch den Charme des Büchleins aus.

Wer wie ich die im Buche hauptsächlich „handelnden“ Personen kannte, von Willy Brandt über Hans-Jochen Vogel, Jürgen Schmude etc. etc., und wer ein waches Interesse an der jüngeren deutschen Geschichte hat, der wird seine Freude haben an diesem Buch.

„Greta Wehner. Eine Frau tritt aus dem Schatten. Biografie“ von Christoph Meyer ist 2024 im Langen Müller Verlag München erschienen. Die 360 Seiten sind an einem Wochenende vergnüglich gelesen.

Kommentar verfassen