Zum 28. Bonhoeffer-Tag war ich nach Friedrichsbrunn im Harz eingeladen, im Sonntagsgottesdienst die Predigt zu halten. Das Motto des diesjährigen Treffens hieß „Tun des Gerechten“ – in Anlehnung an einen Satz Dietrich Bonhoeffers, die Kirche der Zukunft sei geprägt von dreierlei: vom Gebet, vom Tun des Gerechten und vom Warten auf Gottes Zeit. Um diese drei Themenfelder ging es während der Tagung, der Sonntagsgottesdienst war mit dem zweiten Themenkreis „Tun des Gerechten“ befasst. Hintergrund war die gegenwärtige gesellschaftlich-politische Situation, die wir derzeit in Deutschland haben: zunehmende Gewalt, zunehmender Hass, Spaltung der Gesellschaft, Aufstreben der rechtsradikalen AFD, die in Sachsen-Anhalt einen besonders scharfen Kampf gegen die Kirchen führt. Deshalb beginnt die Predigt im ersten Abschnitt mit „Wir sind herausgefordert“. Die Teile zwei bis vier lauten: „Wir brauchen Klarheit“, „Wir müssen den Ungerechtigkeiten in der Welt widerstehen“, „Wir können ohne Angst unseren Weg gehen“. Ganz überraschend erreichte mich schon am Tag nach der Konferenz eine Smartphone-Aufnahme der Predigt, die zwar nicht ganz komplett ist, aber doch schon kurz nach dem ersten Punkt („Wir sind herausgefordert“) einsetzt und die wesentlichen Abschnitte enthält, weshalb sie hier angefügt wird. Diese Aufnahme ist in der Rauschminderung (die Veranstaltung war – wie man im Titelfoto sehen kann – öffentlich im Garten des Bonhoeffer-Hauses in Friedrichsbrunn (Harz), weshalb man den Harz-Wind hin und wieder gut hören kann) und in der Lautstärke ein wenig korrigiert, ansonsten aber unbearbeitet. Da ich von etlichen Menschen gefragt worden bin, ob man das Manuskript des Beitrages haben könne, hier nun die Tonaufzeichnung. Da ich frei spreche, gibt es kein Manuskript, die Aufzeichnung möge ein brauchbarer Ersatz für ein Manuskript sein.
Als Text für die Ansprache stand mir Amos 5,24 zur Verfügung. Schon 800 Jahre vor Christus hat der Prophet die Mächtigen des Landes aufgefordert, sich um die Schwachen im Lande zu kümmern: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ Dieser Ruf geht nun weiter durch die Jahrhunderte. Er gilt sowohl im Inland, als auch zwischen den Generationen, als auch zwischen „Reicher“ und „Armer Welt“, er betrifft uns unmittelbar, denn die Ungerechtigkeiten in der Welt nehmen weiter zu.
Es ist deshalb wichtig und richtig, sich in unruhigen Zeiten wie den unseren an die Großen Lehrer zu erinnern. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war einer von ihnen.
Der Bericht hat bei mir Neugier ausgelöst. Beim Suchen fand ich: Auch der Kirchenkreis hat vom Tag berichtet.
Gut, dass wir Vorbilder haben, an die sich die Erinnerung lohnt!
https://www.kirchenkreis-halberstadt.de/kk/meldungen/meldung.php?includeDocument=/kk/meldungen/rueckblicke/2025/Tun-des-Ge-Rechten.php
Ja, deshalb hab ich den Beitrag gleich in der ersten Zeile verlinkt.